Geschäftsbericht des Vorstands für das Jahr 2020

Druckversion – Geschäftsbericht des Vorstands für das Jahr 2020

Die Anonyme Alkoholkrankenhilfe Berlin (AKB) e.V. hat sich seit 1975 den Zweck gegeben, Suchtkranken und ihren Angehörigen bei der Lösung ihres Suchtproblems zu helfen.

Beratungsangebote

In unserer Kontakt- und Beratungsstelle in Berlin-Dahlem, Gustav-Meyer-Str. 7, können sich Hilfesuchende, ganz gleich ob Abhängige oder Angehörige, täglich – auch samstags, sonntags und an Feiertagen – in der Zeit von 9 bis 21 Uhr ausführlich informieren und beraten lassen. Wir legen Wert darauf, dass unser Beratungsangebot mit 12 Stunden täglich erheblich über die Öffnungszeiten anderer Einrichtungen hinausgeht. Wir halten es für unverzichtbar, Betroffenen auf dem Weg aus der Sucht auch an Wochenenden und an Feiertagen ein Angebot zu machen. Unser Haus bietet Abhängigen, die zu Beginn ihrer Trockenheit häufig Schwierigkeiten haben, mit freier Zeit sinnvoll umzugehen, eine wertvolle Anlaufstelle. Ebenso nutzen viele Betroffene, die schon länger abstinent leben, dieses Angebot, um das Gespräch zu suchen und ihre Erfahrung mit neuen Hilfesuchenden zu teilen.

Mitglieder

Im Berichtsjahr 2020 zählten wir 283 Vereinsmitglieder. Der Verlust von ca. 60 Mitgliedern ist das Ergebnis der Einführung eines Mitgliedsbeitrages, der erfolgen musste, damit der Verein die Förderung durch die GKV nicht verliert, die ab dem Jahr 2020 die Existenz eines Mitgliedsbeitrages als Förderungsvoraussetzung festlegte.

Selbsthilfegruppen

Im Berichtsjahr gehörten 23 Gesprächsgruppen, davon zwei Angehörigengruppen in sechs Berliner Bezirken zum Verein Anonyme Alkoholkrankenhilfe Berlin. Leider mussten pandemiebedingt einige Gruppen mit ihrem Angebot pausieren, doch konnten unter Beachtung aller einschlägigen Hygieneregeln insgesamt 17 Gruppen regelmäßig stattfinden.

Tagestherapie

In unseren Räumen bieten wir ein tagesstrukturierendes Programm in Selbsthilfe an, die Ambulante sechswöchige Tagestherapie. Zielsetzung der Tagestherapie ist eine Stabilisierung der Abstinenz in der Regel nach einem qualifizierten Entzug bei gleichzeitiger täglicher Nutzung von abendlichen Selbsthilfegruppen. Dieses Programm in einer Kleingruppe von Menschen in ähnlicher Lebenssituation hilft den Teilnehmern, ihre Isolation zu überwinden und, aus ihrem bestehenden Umfeld heraus, ihr Leben selbstbestimmt suchtmittelfrei zu gestalten. Nach Abschluss der Therapie bieten wir auch eine nahtlose informelle Nachsorge an, die sich, ohne zeitliche Begrenzung oder Bindung an die Dauer der Abstinenz, am individuellen Bedarf des Klienten orientiert.
Die ambulante sechswöchige Tagestherapie haben im Berichtsjahr 18 Personen begonnen. Davon haben 7 die Therapie vorzeitig beendet oder mussten wegen eines Rückfalls entlassen werden. Nach einem Rückfall kann die Tagestherapie nach Ablauf von 6 Monaten oder nach einem Motivationsgespräch mit positiver Prognose nochmals begonnen werden.
Die Zahl der Therapieteilnehmer ist pandemiebedingt geringer als in den Vorjahren. Aufgrund der Größe der Räumlichkeiten, in denen die Tagestherapie stattfindet, musste hier erstmals seit Beginn dieses Angebotes vor mehr als 40 Jahren eine Begrenzung der Teilnehmerzahl eingeführt und beachtet werden. Trotzdem dürfen wir uns freuen, dass dieses in Berlin einmalige Angebot trotz aller widrigen Umstände nicht einen Tag im Jahr 2020 ausfallen musste.
Viele, die die Therapie beendet haben, besuchen weiter regelmäßig unsere Gesprächsgruppen und die Mehrheit unserer ehrenamtlichen Helfer ist, wie seit vielen Jahren, nach wie vor aus der Sechswochentherapie hervorgegangen.
Wir bieten den Teilnehmern der sechswöchigen Tagestherapie weiterhin wöchentlich fünf Intensivgruppen an, die suchtspezifische Themen bearbeiten und so den Abstinenzanfängern Anhaltspunkte für die Bewältigung ihrer individuellen Suchtgeschichte geben und Perspektiven für ein suchtfreies Leben aufzeigen. Dieses Angebot hat sich in den letzten Jahren bewährt und wird von den Therapieteilnehmern sehr positiv bewertet.

Informationsarbeit in Krankenhäusern

Auch im Jahr 2020 standen wir 11 Berliner Entzugseinrichtungen und Entgiftungstationen der Kliniken zur Verfügung, um über die Angebote der Sucht-Selbsthilfe zu informieren.
Pandemiebedingt konnte dieses Angebot leider nicht ganzjährig in allen Einrichtungen durchgeführt werden. Dies ist sehr zu bedauern, da erfahrungsgemäß rund 50% der Teilnehmer unserer sechswöchigen Tagestherapie die Entscheidung für diese Therapie aufgrund des Erstkontaktes mit unseren ehrenamtlichen Helfern in der Krankenhausinformationsarbeit treffen.

Kooperationen & Kontakte

Einige große Berliner Firmen empfehlen unsere Angebote ihren betroffenen Mitarbeiten. Die Zusammenarbeit mit betrieblichen Sozialeinrichtungen hat sich bisher gut bewährt. In Vernetzungstreffen mit der Caritas Königsberger 11 entwickeln wir die Kooperation zwischen Selbsthilfe und professioneller integrativer Suchtberatung der Caritas laufend weiter. Ärzte Berliner Entzugskliniken, insbesondere der DRK-Kliniken Drontheimer Straße und des Jüdischen Krankenhauses, schicken Patienten während der qualifizierten Entgiftung zur Beratung in unser Haus. Ziel ist die Motivation zur Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder der sechswöchigen Tagestherapie.

Veranstaltungen & Öffentlichkeitsarbeit

Auch unser Sommerfest, das sich jedes Jahr bei Vereinsmitgliedern, Angehörigen und Freunden großer Beliebtheit erfreut, musste pandemiebedingt leider ausfallen. Dies ist umso mehr zu bedauern, da es auch gerne von Personen des öffentlichen Lebens, Vertretern unserer Kooperationspartner und von Mitarbeitern aus Therapieeinrichtungen aus Berlin und Brandenburg besucht wurde.
Wir waren im Berichtsjahr beteiligt:
– an der Aktionswoche Alkohol 2020
– an der 15. Sucht-Selbsthilfe-Tagung der Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V.

Mitgliedschaften & Gremienarbeit

Wir waren im Berichtsjahr vertreten in den Gremien:
– der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) des Bezirkes Steglitz Zehlendorf,
– im Vorstand der Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V.
– und in der Fachgruppe Suchthilfe des Paritätischen Berlin

Schlussbemerkung & Dank

Wir danken dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und der GKV Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe im Land Berlin für ihre Zuwendungen, ohne die eine Fortführung unserer umfangreichen Arbeit nicht möglich wäre.
Der Vorstand dankt allen hauptamtlichen Mitarbeitern und allen ehrenamtlichen Helfern für ihren persönlichen Einsatz in diesem so denkwürdigen Jahr 2020. Ohne diese überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft hätten wir unser Versprechen niemals einhalten können:

Wir stehen jeden Tag von 09:00 bis 21:00 Uhr für unsere Mitbürger mit Suchtproblemen als Ansprechpartner zur Verfügung!

Berlin, im Januar 2021

für den Vorstand: Stefan Bernart

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Quorum & Datenschutz

Dank an alle, die mitdenken und sich an der Mitgliederbefragung (pandemiebedingt virtuellen MV) beteiligen; dass das Ganze nicht viel mehr ändert, als die seit mindestens 20 Jahren sattsam bekannte Satzungsdiskussion auf eine Beitragsdiskussion (also nur eine Ebene tiefer) zu verschieben … wird noch etwas dauern, bis das jemandem auffällt; schließlich kann man sich auch locker „der Mitgliedsbeitrag beträgt 0 €“ in eine Beitragsordnung schreiben – wenn man das denn will und sich leisten kann.

Zum ärgerlichen Unsinn von vermeintlich „gefährdeter Anonymität“: Die DSGVO [lesen], das Thema in allen SHO 2019, gilt Europaweit überall. Wie man darauf kommen kann, dass ausgerechnet bei uns nicht, ist 1 Rätsel; die Abstimmungsresultate gehen an das Registergericht PUNKT. Wer ‚bekommt‘ im pandemiefreien Normalbetrieb bitte die Anwesenheitsliste der MV?


update 16.6.:
Auszählungsergebis des Mitglieder-Quorums zur Satzungsänderung:
  – Beteiligung: 53,6 % , davon Ja-Stimmen: 91,9 % – amtlich ist dieses Ergbnis nach erfolgter Eintragung ins Vereinsregister; Verkündigung des Erfolgs nebst neuer Satzung folgt danach.
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kein Sommerfest 2020

Wie Ihr euch sicher schon denken könnt, sagen wir das Sommerfest dieses Jahr ab. Ohne Grill, dafür mit Maske/Abstand wäre auch ein schlechter Spaß. Bis auf ein neues, hoffentlich einfacheres Jahr (vorraussichtlicher Termin 19.06.2021) verwenden wir unsere Energie darauf, den Gruppenbetrieb wieder (sicher!) in Gang zu bringen und den Bestand des Vereins langfristig abzusichern (siehe Quorum nächster Post)
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Mitgliederversammlung 2020

unsere satzungsgemäß am Donnerstag, den 26. März 2020 vorgesehene ordentliche Mit­glieder­ver­sammlung kann mit Erlass der Senatsverordnung: „zur Eindämmung des Coronavirus“ vom 14.03.2020Zitat: „Öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen, Versammlungen und Ansammlungen mit mehr als 50 Teilnehmenden dürfen nicht stattfinden“ – definitiv nicht durchgeführt werden.
Derzeit sehen wir keine andere Handlungsmöglichkeit, als neu einzuladen, sobald die Situation dies zulässt.

Ebenfalls fällt die Gruppensprechersitzung im März aus.
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